Lange Zeit war die „Abteilung“ Hochzeitstorte in unseren Breiten eine einfache G’schichte.

Die Wiener Mehlspeisentradition machte es uns leicht über das Thema Hochzeitstorte gar nicht nachdenken zu müssen. Wir sitzen ja quasi mitten im Schlaraffenland der Kalorienbomben. Sacher, Esterhazy, Dobos und Freunde.

Und ehrlich: Ich finde es wunderbar, an so eminent wichtigen Festtagen, wie dem Hochzeitstag eines glücklichen Paares, sich voll diesen üppigen Näschereien hinzugeben.

Mein persönlicher Bezug zur individuellen Gestaltung der Hochzeitstorte, quasi als das Prunkstück der Feierlichkeit, kommt aus meinen Kindertagen.

Mein Vater war ein begnadeter Maler.

Doch auch der Wunsch Zuckerbäcker zu werden schlummerte seit Kindheit in ihm.

Und regelmäßig bei jeder Hochzeit in unserem Familienverband – und wir waren richtig Viele – wurde diese Sehnsucht wachgeküsst.

Dabei war ihm das Innenleben der Torten gar nicht so wichtig. Da verließ er sich auf das Können von geübten Hochzeitsbäckerinnen

Die Deko und Verzierung allerdings war genau seine Spielwiese.

Immer hatte er dabei die Einzigartigkeit des Brautpaares vor Augen.

Und dann wurde eingefärbt, glasiert, verziert. Perlen, Fondant, Rosen, ein Blütenmeer. …

Manchmal malte er auch mit Schokolade auf die glatte Umhüllung der Torte ganze Segenssprüche oder Ornamente. Da er auch mit Blattgold perfekt umgehen konnte, diente auch das oft für die Dekoration dieser besonderen Torte.

Jede war ein Unikat. Eine „Künstlertorte“ meines Vaters zu bekommen, war ein Privileg, das er so gerne hergab.

Das ist auch der Grund, warum ich mir für alle „meine“ Paare immer eine Torte wünsche, die genau zu deren „Eigenheiten“ passt.

Was sind die Trends in Sachen Hochzeitstorte?

Auch wenn es bei uns so tolle Klassiker gibt, so ist die Erweiterung in Richtung England, Frankreich und USA nicht zu übersehen. Auch der britische Brauch des „Groom-Cake“, einer eigenen (kleineren) Torte nur für den Bräutigam, wird ab und zu schon aufgenommen. Besonders, wenn dieser eine ausgesprochene Naschkatze ist. Oft auch als Geschenk der Braut an ihren Ehemann, in einem Design, das ihm besonders entspricht. z.B. In den Farben seines Fußballclubs.

Vielen österreichischen Paaren sind die Modetrends a la Semi-Naked oder Naked Cake schon näher, als die einheimische Sachertorte mit Schlag.

Ist das gut oder nicht gut?

Aus meiner Sicht ist es weder das eine noch das andere. Denn wichtig finde ich vielmehr, dass Sie sich zu diesen Punkten überlegen:

  • Welchen Stil hat ihre Hochzeit generell? Werden Sie ihr Fest klassisch, romantisch-verspielt, imperial, naturnah, rustikal, traditionell oder stylish auslegen?
  • Zieht sich ein Thema durch, dass sich in der Torte wieder finden soll?
  • In welcher Umgebung wird die Torte angeschnitten? Der äußere Rahmen und die Torte sollen ineinander fließen (wie auch alle anderen Wichtigkeiten ihrer Hochzeit).
  • Planen sie eine vegane Hochzeit? Dann wird natürlich auch die Torte dem entsprechen.
  • Sind Zutaten aus biologischem Anbau ein Anliegen für Sie?
  • Möchten Sie die Torte in Etagen übereinander oder in einer Treppe angeordnet? Oder möchten Sie eine ganz andere Präsentation?
  • Wie viele Etagen soll ihre Torte haben? Wie so vieles beim Thema Hochzeit haben die „üblichen“ 5 Etagen eine symbolische Aussage und stehen für die Etappen eines Menschenlebens: Geburt, Firmung (mir gefällt „Erwachsenwerden“ besser), Heirat, Kinder und Tod.
  • Wann wird die Torte gereicht? Nach dem Essen oder wird das Tortenanschneiden ein Highlight am Nachmittag?
  • Nicht zu vergessen: Planen sie eine Sommer oder eine Winterhochzeit? Eine luftig leichte Zitronencreme mit Himbeeren wird in der warmen Jahreszeit Entzücken hervorrufen. Ein samtig-weiche Nougatcreme freut den Wintergaumen sicher mehr.
  • Sind Naturblumen, vielleicht sogar aus biologischem Anbau oder lieber die wunderschönen, handgearbeiteten, zarten Zuckerrosen ihr Style?

Das Wichtigste überhaupt: Was sind ihre persönlichen Vorlieben beim Tortenessen?

Mit diesen Vorstellungen gewappnet, finden Sie ganz sicher „Ihren“ Konditor, „Ihre“ Zuckerbäckerin, die ihre ganz persönliche Torte bäckt. Ein paar erprobte Tipps von mir finden Sie anschließend.

Und dann?

Sollten Sie auf jeden Fall die verschiedensten Teige und Füllungen verkosten. Ein Termin auf den ich mich immer ganz besonders freue.

Übrigens: Für meine Brautpaare aus dem Ausland ist es etwas ganz Besonderes, eine klassisch österreichische Tortenkreation wie die Sachertorte anzuschneiden.

Das find ich süß.

Erprobte Tipps von Wedding-Vienna zum süßen Abschluss:

Das Torten Studio. Jede Torte hat eine Geschichte.

Wenn Sie eine Motivtorte mit einer ganz besonderen Aussagekraft bevorzugen, dann sind Sie bei Andrea Kargl gut aufgehoben. Sie setzt das Thema „Bio“ auch konsequent und ehrlich um. Besonders-anders.

http://tortenstudio.at/

 

Fest mit der Wiener Backtradition verbandelt ist Andrea Plohovits, Süsse Manufaktur.

Eine der jungen Konditorinnen, die die Wiener Mehlspeisentradition mit Stolz und Können vertreten. Ihre Sachertorte ist ein Wirklichkeit gewordener Wiener Traum. Versuchen Sie mal statt dem üblichen Kaffee einen Grünen Veltliner dazu.

http://suesse-manufaktur.at/

 

Die Schnabulerie in Mödling. Christina Krug geht süße, neue Wege.

Die Leichtigkeit der französischen Patisserie hat hier gute Einflüsse geleistet. Die Torten sind nicht nur schön und elegant, sie schmecken auch wunderbar. Dass eine Sachermasse auch mit Lavendelcreme eine ganz neue Geschmacksrichtung bekommt, ist für mich „grenzenlos gut“.

http://www.schnabulerie.com/

 

Kaplan am Kurpark. Leider geil.

Jedes Stück eine Offenbarung. Wenn für Sie handwerkliches Können und ein einzigartiges, unverwechselbares Geschmackserlebnis an vorderster Stelle stehen, dann ist Christian Kaplan eine Top-Wahl. Backen ist seine Passion. Lassen sie sich von der Webpage nicht abhalten. Ein Ausflug nach Bad Tatzmannsdorf zum Kosten lohnt sich allemal.

http://kaplanamkurpark.at/

 

NomNom. Die süße Vegane.

Das NomNom ist mir seit seiner ersten Stunde bekannt und der Einsatz für die „vegane“ Sache ist Melanie Kröpfl eine Herzensangelegenheit. Dass schmecken Sie auch an ihren Torten. Mit viel Kreativität bäckt sie sich in die Herzen ihrer Kunden und kreiert für jedes Paar die Torte ihres persönlichen Festes.

https://nomnom-v.com/